Mittwoch, 6. Mai 2015

"Conversazione a..." - Folge 2.1: Turin/Torino


Conversazione a Torino: Deutschland, deine Dichter!
Der Salone Internazionale del Libro hat in diesem Jahr Deutschland eingeladen.


Auf der internationalen Buchmesse „Salone Internazionale del Libro“, die vom 14. bis 18. Mai 2015 in Turin stattfinden wird, wird Deutschland der diesjährige Ehrengast sein. Fünfundzwanzig deutsche Autoren werden anlässlich des Ehrengastauftritts nach Turin reisen, darunter Frank Schätzing, Daniel Kehlmann, Lutz Seiler, David Wagner, Günter Wallraff, Jan Assmann, Volker Weidemann, Jennifer Teege u.v.m. Ihre neuesten Romane und Sachbücher sind jüngst ins Italienische übersetzt worden und damit Aufhänger für ihren Besuch in Turin. Auf der Turiner Buchmesse präsentieren etwa dreiundvierzig Verlage sich und ihre Neuerscheinungen. Auf der Website der Frankfurter Buchmesse können Informationen zu eingeladenen Autoren, zu deutschen Ausstellern und zum Programm rund um den Ehrengast Deutschland nachgelesen werden (http://www.book-fair.com/de/international/deutsche_gemeinschaftsstaende/aktuell/). Organisiert wird der Gastauftritt deutscher Verlage und Autoren in Turin von der Frankfurter Buchmesse und den Goethe-Instituten in Italien in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und dem Salone Internazionale del Libro selbst.


Neben Autorenlesungen und Autogrammstunden präsentiert der deutsche Stand die Ausstellung „50 Jahre Wagenbach“ zum Jubiläum des deutschen Verlages aus Berlin, der die deutsch-italienischen Beziehungen ganz wesentlich seit der Nachkriegszeit bis heute geprägt hat. Desweiteren finden Workshops, Poetry Slams und Fachgespräche zu aktuellen Themen der Buchbranche statt wie die Frage nach den Auswirkungen des wachsenden Selfpublishing oder die Frage nach dem Erfolgspotential kleinerer unabhängiger Verlage. Eine Buchhandlung sowie die Präsentation thematischer Buchkollektionen der Frankfurter Buchmesse runden das Programm des deutschen Stands ab, der seine Besucher nicht nur als Zuschauer und Zuhörer einlädt. Diese können sich selbst einbringen, indem sie die auf fünf „literarischen Türmen“ (LetteraTorri) projizierten Zitate zum Motto der Messe „Die Wunder Italiens“ via Twitter, Facebook und App selbst ergänzen und so Perspektiven und Inhalte selbst mit gestalten können.

Dass Deutschland in Italien zu Gast ist, ist für uns, liebe Leser von Italienreport, besonders erfreulich und es ist spannend abzuwarten, inwiefern aus dieser Begegnung auf der Buchmesse möglicherweise Projekte hervorgehen, die die deutsch-italienischen Kulturbeziehungen vertiefen und ausbauen werden und damit jene Tradition der Italiensehnsucht, die von italienischem Glück und Freiheit träumt, fortgeschrieben wird. Aus den Bilanzierungen des deutschen Buchmarktes der Frankfurter Buchmesse geht hervor, dass im Jahr 2013 immerhin 328 Titel aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzt und 363 deutsche Titel nach Italien verkauft wurden. Mögen es noch mehr werden. Zuletzt waren wir übrigens in Bologna auf der Children’s Book Fair vom 24.-27. März 2014 vertreten. Wie steht hingegen es mit Italien in Deutschland? Wann und wo waren die Italiener bei uns zu Gast? Das ist lange her: 1988. Italien war der siebte Ehrengast auf der damals bereits 40. Buchmesse in Frankfurt am Main. Den ersten Ehrengast hat es 1976 gegeben. Eingeladen war damals Lateinamerika und geplant war fortan alle zwei Jahre mit Bezug auf einen gewählten thematischen Schwerpunkt ein anderes Land oder eine Region einzuladen. Bis heute haben sich 25 Länder auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert.

Trotz aller Sehnsucht, von der auch ich verzaubert bin, kann ich leider nicht zur Buchmesse nach Turin reisen, auch wenn meine Koffer im Geiste schon gepackt sind. Aber das soll nicht heißen, dass wir nicht dabei sein werden. Im Gegenteil: Wir können auch dabei sein: durch Berichterstattungen in Print, Online und Fernsehen. Können wir? Genau das ist die Frage, die uns in der nächsten Woche beschäftigen soll, in der die Buchmesse am Donnerstag beginnt. Wie viel und was erfahren wir eigentlich von der Buchmesse in Turin. Wie gestaltet sich die mediale Vermittlung dieses Ereignisses und welches Bild deutsch-italienischer Kulturbeziehungen geht daraus hervor? Was wird erinnert und was imaginiert? Ich will versuchen mit euch, meinen lieben Lesern, dieser Frage etwas näher zu kommen, weshalb dieser Unterhaltung der Folge 2 auch aus mehreren Teilen bestehen wird, von denen dieser der erste ist (2.1).

Wer selbst schon mal ein bisschen recherchieren will oder einen Apetittanreger sucht, der kann sich auch auf der Website des Salone Internazionale del Libro in Turin umschauen (http://www.salonelibro.it/it/), schon mal im Programm der Messe stöbern oder auf der Website des Goethe-Instituts schnuppern (http://www.goethe.de/ins/it/lp/prj/lit/bue/bmt/deindex.htm?wt_sc=buchmesseturin). Auf der Website http://www.salonelibro.it/it/scuola-e-ragazzi.html erfahren wir von einem Projekt „BookStock Village“ von Schülern aus ganz Italien, die aus ihrer Perspektive von Literatur berichten und Autoren interviewen. Es ist also eine Menge los, schon jetzt im Netz und in Kürze auf dem ehemaligen Fiat-Gelände in Lingotto, einem Stadtteils Turin, statt.

Links zu Vorausschauen auf die Buchmesse in Turin in den deutschen Medien